Böttcherstraße

Modersohn-Becker Museum
Modersohn-Becker Museum

Die Böttcherstraße gehört neben Stadtmusikanten, Roland und Schnoor-Viertel zu den beliebtesten Touristen-Attraktionen in Bremen. Die meisten Gebäude sind in der Zeit von 1922 bis 1931 entstanden und hauptsächlich dem Bremer Kaufmann Ludwig Roselius zu verdanken, der die Architekten Runge & Scotland und den Künstler Bernhard Hoetger damit beauftragte, die künstlerische Gestaltung zu übernehmen. Die Straße und ihre Gebäude sind ein seltenes Beispiel für die Architektur des Expressionismus. Die Böttcherstraße steht seit 1973 als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Heute zählt die Böttcherstraße zu den größten Sehenswürdigkeiten Bremens. Erfahren Sie viel wissenswertes über die Entstehungsgeschichte der Böttcherstrasse bei unserer Böttcherstrassen Tour. Sie können direkt auf Bremen Tour Guide eine Tour buchen.

Böttcherstrasse Werkhof
Böttcherstrasse Werkhof

Die Geschichte der Böttcherstraße reicht bis ins Mittelalter zurück. Sie stellte eine wichtige Verbindung zwischen Marktplatz und Weser dar. In ihr waren Böttcher, Kimker, Fass- und Zubermacher ansässig. Als der Hafen Mitte des 19. Jh. verlegt wurde, begann die Böttcherstraße immer weiter an Wichtigkeit zu verlieren.

Haus Atlantis | Himmelssaal
Haus Atlantis | Himmelssaal

1902 kaufte dann Ludwig Roselius auf Drängen der Besitzer das Haus Nr. 6 in der Böttcherstraße (heute das Ludwig Roselius Museum) und errichtete dort den Verwaltungssitz seiner Firma, aus der später die Kaffee HAG hervorging. Roselius erwarb nach und nach weitere Grundstücke an der Böttcherstraße.

Haus Atlantis
Haus Atlantis
Haus Atlantis
Haus Atlantis

Das zwischen 1930 und 1931 von Bernhard Hoetger erbaute “Haus Atlantis” soll die Utopie des sagenhaften Erdteils Atlantis verkörpern. Der Bau ist geometrisch modern geformt, aus den Materialien Glas, Holz und Stahlbeton errichtet und wurde im Art-Deco-Stil eingerichtet. Das Treppenhaus sowie der Himmelssaal sind bis heute quasi originalgetreu erhalten und somit wichtige Zeugen der deutschen Architektur der Zeit zwischen den Weltkriegen.

Modersohn Becker Museum
Modersohn Becker Museum

Die Böttcherstraße wurde in der NS-Zeit, am 7. Mai 1937 als ein Beispiel der Verfallskunst der Weimarer Zeit das erste mal unter Denkmalschutz gestellt. Dies geschah, nachdem die Straße aufgrund ihres Baustils und der dargestellten Inhalte (z.B. das Haus Atlantis) in Konflikt mit dem nationalsozialistischem Regime geriet. Ab dem Jahr 1935 nahm die NS-Presse die Straße zunehmend ins Visier und forderte sogar den Abriss einiger Teile.

Glockenspiel
Glockenspiel

Bilder der umfangreichen Paula-Modersohn-Becker Sammlung wurden als entartet gebrandmarkt: Liegende Mutter mit Kind, Armenhäuslerin und Selbstbildnis als stehender Akt sind Beispiele in der Ausstellung und verdeutlichen das Dilemma des Ludwig Roselius, der als Kunstmäzen vor allem seiner deutschen Gesinnung Ausdruck geben wollte.

Ursprünglicher Entwurf des Eingangs
Ursprünglicher Entwurf des Eingangs

Ein Streit-Punkt war auch der Straßeneingang. Ein historisches Foto zeigt die ursprüngliche Version, ein Backsteinrelief, das von der braunen Kunstkritik als unmodern verrissen wurde. Seitdem schwebt der von Hoetger gestaltete Lichtbringer dort oben.

Der gestohlene Hahn
Der gestohlene Hahn

1944 wurden große Teile der Böttcherstraße zerstört. Die Fassaden wurden bis zum Jahr 1954 durch die Kaffee HAG größtenteils in ihrem ursprünglichen Zustand wiederhergestellt. Erfahren Sie viel wissenswertes über die Entstehungsgeschichte der Böttcherstrasse bei unserer Böttcherstrassen Tour. Sie können direkt auf Bremen Tour Guide eine Tour buchen.


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Böttcherstraße

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Böttcherstraße 53.075332, 8.806275
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