Kaffee HAG Fabrik

Kaffee HAG Poster von 1915
Kaffee HAG Poster von 1915

Gemeinsam mit anderen Bremer Großhändlern gründete Ludwig Roselius am 21. Juni 1906 die Kaffee Handels-Aktien-Gesellschaft mit einem Kapital von 1,5 Millionen Mark, die als erste Firma weltweit koffeinfreien Kaffee verkaufte. Ludwig Roselius (* 2. Juni 1874 in Bremen; † 15. Mai 1943 in Berlin) förderte Künstler wie Paula Modersohn-Becker und Bernhard Hoetger und baute die Böttcherstraße in Bremen als Kunstwerk auf.

Büste Roselius’ von Bernhard Hoetger
Büste Roselius’ von Bernhard Hoetger

Anfang des 20. Jahrhunderts hat der bekannte Architekt Hugo Wagner die Fabrikgebäude entworfen – im Auftrag von Kaffeekaufmann Ludwig Roselius. Das Kaffee-HAG-Werk gilt als eine der ersten automatisierten Fabriken Deutschlands sowie mit seiner Konstruktion und Architektur als für Europa wegweisender Eisenbetonbau. Walter Gropius lobte die „visionäre Einzigartigkeit“. Das Ensemble steht mittlerweile unter Denkmalschutz.

Landeskonservator Prof. Georg Skalecki spricht von einem „historisch wertvollen Gebäudekomplex“. Dessen Erhalt sei ein Beispiel für einen Sinneswandel in ganz Bremen. „Leichtfertiges Wegwerfen kultureller Objekte ist nicht mehr möglich.“ Für Skalecki ist Abriss ohnehin Schwachsinn. „Millionenwerte dürfen nicht auf die Bauschuttdeponie gefahren werden.“ „Sirius“-Manager Heiko Genath sagt, der historische Wert des HAG-Komplexes sei ein „Alleinstellungsmerkmal“. Und das sei für die Vermarktung unschätzbar wichtig. Ein Slogan lautet: „Fabrikschlote zu Lichtskulpturen“. Ein Schmuckstück ist der 1914/15 ausgestattete Marmorsaal. Dort waren früher eine Kaffee-Probierstube und eine Direktionskantine untergebracht. *2

Kaffee HAG Schachtel
Kaffee HAG Schachtel

Die Produktion begann 1907 in neuen Produktionsstätten im Holzhafen Bremens. Mit Hilfe des Lösungsmittels Benzol spülte Roselius das Koffein aus dem Kaffee. Schon in der Anfangszeit konnte die enorme Menge von 13.000 Pfund Kaffee täglich hergestellt werden. 1908 entstanden die ersten unverkennbaren Werbemotive für den Kaffee und plakative Werbesloagans, wie „Immer unschädlich! Immer bekömmlich!“. „Kaffee HAG“ wurde als erster Kaffee sogar schon zu Stummfilmzeiten in Kinos beworben. Im Laufe des Ersten Weltkrieges (1914 – 1918) musste die Produktion weitgehend eingestellt werden. HAG als Großröster und damit Großabnehmer von Kaffee bezog diesen nicht über den traditionellen Kaffeehandel, sondern importierte selbst und auf eigene Rechnung.

Ab 1922 konnte wieder Kaffee HAG produziert werden, aber erst 1926 konnte wieder die Produktionsleistung der Vorkriegszeit erreicht werden. 1929 kam als zweites Produkt das Kakaopulver Kaba hinzu und Kaffee HAG bekam als Erkennungszeichen das „rote Herz“ auf die Verpackung. In Kriegszeiten gab es für die Soldaten heiße „Hag-Cola“. Für Kaffee HAG bildete das Jahr 1939 einen vorläufigen Höhepunkt der wirtschaftlichen Erfolge: In 22 Ländern gab es eigene Gesellschaften und in 54 Ländern wurde Kaffee HAG vertrieben. Während des Zweiten Weltkrieges (1939 – 1945) erfolgte die Stillegung. 1943 stirbt Ludwig Roselius. Ab 1950 kommt die Kaffemarke Onko mit in das Sortiment. Produziert im ONKO-Werk der HAG A.G.

Quellen | *1 www.kaffeetraditionsverein.de | *2 www.kreiszeitung.de


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Kaffee HAG Fabrik

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Kaffee HAG Fabrik 53.102801, 8.766122
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