Kunsthalle Bremen

Kunsthalle Bremen
Kunsthalle Bremen

Die Kunsthalle Bremen ist ein bedeutendes deutsches Kunstmuseum, das sich durch wechselnde Ausstellungen ein hohes Ansehen erworben hat. Das Museum liegt in unmittelbarer Nähe zur Bremer Altstadt in den Wallanlagen. Träger ist der gemeinnützige Kunstverein in Bremen – die Kunsthalle Bremen ist damit das einzige Museum in Deutschland mit einer umfangreichen Kunstsammlung des 14. bis 21. Jahrhunderts, das bis heute in privater Trägerschaft ist. Der Kunstverein in Bremen ist bis heute der alleinige Träger der Kunsthalle Bremen und zählt rund 7500 Mitglieder (Stand 2011). Das Gebäude steht seit 1977 unter Denkmalschutz.

Vincent van Gogh | Mohnfeld | 1889-90
Vincent van Gogh | Mohnfeld | 1889-90

Durch Stiftungen zahlreicher Mäzene unterstützt, konnte der Verein nach der Grundsteinlegung im Juli 1847 bereits am 1. Mai 1849 die von Lüder Rutenberg gebaute Kunsthalle am Ostertor feierlich eröffnen und hatte damit als erster Kunstverein in Deutschland ein eigenes selbst finanziertes Gebäude und zugleich das erste eigenständige für eine bürgerliche Sammlung. Während die Sammlungen weitgehend Eigentum des Kunstvereins waren, blieb das Grundstück im Besitz der Stadt. Die vier Steinfiguren über den Eingangsbereich von Raphael, Michelangelo, Dürer und Rubens schuf der Bildhauer Adolph Steinhäuser (1825–1858).

Claude_Monet | Camille
Claude_Monet | Camille

Das Modell der privaten Trägerschaft konnte sich auch gegen die staatlichen Zugriffe während der Zeit des Nationalsozialismus behaupten. Der Kampfbund für deutsche Kultur, Ortsgruppe Bremen, war bestrebt, die Kunsthalle zu verstaatlichen und zum politischen Instrument zu machen. Um dies zu erreichen, kritisierte er 1933 die Arbeit Waldmanns mit dem Vorwurf der „undeutschen Gesinnung“, der „einseitigen Bevorzugung französischer Kunst“ und „ungenügender Berücksichtigung der heimatlichen, bremischen und nordwestdeutschen Kunst“. Doch Waldmann konnte die Vorwürfe entkräften, indem er belegte, dass die Ankäufe französischer Meister nur einen sehr geringen Teil seiner Erwerbungen ausgemacht hatten. Im Zuge der Aktion Entartete Kunst mussten 15 Gemälde ins Depot verbannt werden, darunter sämtliche Bilder von Liebermann, aber auch Utrillo und Bonnard. Sie fehlten dann auch im 1939 erschienenen Bestandskatalog, der sozusagen eine „nationalsozialistisch gesäuberte Fassung“ darstellte.

Der sowjetische Offizier Viktor Baldin entdeckte 1945 im Keller des brandenburgischen Schlosses Karnzow die ausgelagerten Kunstwerke aus Bremen. Um sie vor der Zerstörung zu schützen, packte er die Zeichnungen von Rembrandt, Tizian, Rubens, Goya, Vincent van Gogh und Édouard Manet in einen Koffer und tauschte nach eigenen Angaben auf dem Rückweg in die Sowjetunion weitere Blätter bei seinen Kameraden ein. 1995 wurde die mittlerweile nach ihm benannte Sammlung in der Eremitage in St. Petersburg gezeigt.

Im Februar 2003 hat der damalige russische Kulturminister, nach einem förmlichen Antrag des Kunstvereins im Jahre 2000, eine schriftliche Rückgabe-Zusage gegeben. Die Duma hat aber bisher, obwohl die Baldin-Sammlung nicht unter das eigentliche Beutekunstgesetz fällt, eine Rückgabe verweigert.

Kunsthalle Bremen
Am Wall 207
28195 Bremen
Telefon: 0421 329 08-0
Kontakt
www.kunsthalle-bremen.de


Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Museen. Fügen Sie den permalink zu Ihren Favoriten hinzu.