Bremer Ratskeller

Bremen Ratskeller
Bremen Ratskeller

Der Bremer Ratskeller ist eine traditionelle Gaststätte im Keller des Bremer Rathauses. Er steht als Teil des Gebäudekomplexes seit 1973 unter Denkmalschutz. Seit seiner Erbauung im Jahre 1405 werden dort deutsche Weine gelagert und verkauft. Mit seinem über 600-jährigen Bestehen gehört der Bremer Ratskeller zu den ältesten Weinkellern Deutschlands, darüber hinaus lagert hier der älteste Fasswein Deutschlands, ein Rüdesheimer Wein aus dem Jahre 1653. Seit 1330 besaß der Bremer Rat das Privileg zum Ausschank von Weißwein in der Stadt, das erst 1815 stillschweigend erloschen ist.

Ratskeller Kellerei
Ratskeller Kellerei

Laut einem Schriftstück aus dem Jahre 1342 wurde sogar ein Ausschankverbot erlassen, damit nicht „irgendein Bürger Wein laufen lassen, sondern nur der Ratmann“, sprich die vom Rat gewählten Weinherrn. Hierzu wurde ein „Stadtweinkeller“ eingerichtet, in dem alle Händler und Gastwirte ihre Weine lagern mussten. Damit sollten die Preise und die Einnahmen der Steuern überwacht werden. Nach dem Bau des Alten Rathauses im Jahre 1405 wurde der Ausschank in dessen Kellerräume verlegt. Ursprünglich konnte man hier nur zwischen zwei Weinen aus der Region Rheinhessen wählen: dem Gemeinen und dem Besseren.

Der Apostelkeller verdankt seinen Namen den zwölf Eichenfässern, die hier lagern, je sechs zu beiden Längsseiten des Gewölbes. Der Name des Rosekellers leitet sich hingegen von der früher üblichen Bezeichnung Rose für einen besonders hochwertigen Wein ab. An der Stirnseite des Kellers befindet sich das „Rosefass“ in dem der berühmte Rüdesheimer Wein von 1653 lagert.

Das ist die Rose der Rosen,
Je älter sie wird, je lieblicher blüht sie,
Und ihr himmlischer Duft, er hat mich beseligt,
Er hat mich begeistert, er hat mich berauscht,
und hielt mich nicht fest, am Schopfe fest,
Der Ratskellermeister von Bremen,
Ich wäre gepurzelt!“

– Heinrich Heine: Buch der Lieder, Die Nordsee, Zweiter Zyklus, Im Hafen (Auszug), 1825–1826

An der Decke über dem Rosefass befindet sich das Bild einer Rose aus dem Jahre 1602. Da diese Kammer einst von den Ratsherren für vertrauliche Besprechungen genutzt wurde (bis 1807 durfte man den Apostel- und Rosekeller sogar nur in Begleitung eines Ratsherren betreten), bürgerte sich auch in Bremen die Redewendung „sub rosa“ (Latein für ‚Unter der Rose‘) für eine Unterredung ein, über die Stillschweigen gewahrt wird.

Bacchuszimmer 1902
Bacchuszimmer 1902

Berühmte Besucher des Ratskellers waren: Johannes Brahms, Otto von Bismarck, Theodor Fontane, Nikolai Gogol, Heinrich Heine, Richard Strauss, Richard Wagner, Kaiser Wilhelm I. und Kaiser Wilhelm II.

Der Haufsaal ist auch als „Echosaal“ oder „Flüstersaal“ bekannt, da Gespräche, die auf der einen Seite flüsternd geführt werden, auf der anderen Seite des Raumes deutlich vernommen werden können, ohne dass die in der Mitte sitzenden etwas davon verstehen. Heutzutage ist der gesamte Ratskeller im Besitz der Bremer Ratskeller GmbH, einer 100%igen Tochter der Stadt Bremen. Mit rund 650 Sorten verfügt der Ratskeller über das weltweit größte Sortiment ausschließlich deutscher Weine, insgesamt werden sogar rund 1.200 verschiedenen Spirituosen angeboten.

Quelle: wikipedia.org/Bremer_Ratskeller


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Ratskeller 53.076110, 8.807430
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